Zur Übersicht Beiträge
Fragen zur Solartechnik

Was ist bei Wechselrichtern zu beachten ?

Wechselrichter erzeugen aus einer Gleichspannungsquelle, z.B. einer Bleibatterie, eine Wechselspannung zum Betrieb von 230V-Geräten. Somit können Verbraucher, die nur über einen 230V Netzanschluß verfügen, auch dort betrieben werden wo nur Gleichspannung (12 oder 24V) zur Vefügung steht. Bei der Anschaffung und beim Betrieb solcher Wechselrichter sollten einige Punkte beachtet werden.

Achtung, Netzspannung !
Egal ob aus der Steckdose oder aus einem Wechselrichter, die Geräte liefern an den Ausgangssteckdosen Spannung die lebensgefährlich sein kann. Die üblichen Sicherheitsmaßnahmen gelten auch hier!

Sinus oder Rechteckspannung (Trapez) ?
Preiswerte Geräte erzeugen Rechteck- oder Trapezförmige Ausgangsspannungen. Bei vielen Anwendungen kann das problemlos funktionieren, bei manchen Geräten kann diese "unsaubere" Wechselspannungen aber zu Störungen oder Fehlfunktionen führen.

Sinus-Wechselrichter erzeugen eine Sinusförmige Ausgangsspannung, so wie sie auch aus der Steckdose kommt. Dadurch funktionieren auch empfindliche Geräte einwandfrei. Durch den höheren Schaltungsaufwand sind die Sinus-Wandler teurer in der Anschaffung. Inzwichen sind die Preisunterschiede aber nicht mehr so groß und man sollte nicht am falschen Ende sparen.

Welche Leistung wird benötigt ?
Üblicherweise finden sich dien Angaben über die Leistungsaufnahme des Verbrauchers auf dem Typenschild, z.B. 230V / 50W. Der Wechselrichter muß mindestens die Summe der Leistungen aller angeschlossenen Verbraucher abgeben können. Aber, viele Verbraucher benötigen beim Einschalten kurzzeitig einen deutlich höheren Strom. Vor allem Induktive Verbraucher, z.B. Geräte mit Transformatoren oder Motoren können kurzzeitig den 5-fachen Nennstrom ziehen. Geräte mit einem Kompressor, z.B. Kühlschränke, benötigen beim Einschalten sogar den 10 bis 20-fachen Strom. Deshalb sollte der Wechselrichter mit ausreichend "Reserve" gewählt werden. Hier erkennt man auch, warum neben der Dauerleistung auch die Spitzenleistung angegeben wird, die der Wechselrichter kurzzeitig liefern kann.

Leistungsangabe in VA oder Watt ?
Die Leistung wird bei Wechselrichtern in VA (Volt-Ampere) angegeben. Die Einheit VA bezeichnet die Scheinleistung und beinhaltet neben der Wirkleistung (Watt) auch die Blindleistung (var). Blindleistung entsteht bei induktiven oder kapazitiven Verbrauchern und belastet die Stromquelle zusätzlich.
Wird ein Verbraucher mit reiner Wirkleistung (Watt) angeschlossen, z.B. Glühlampen, dann entspricht die Scheinleistung (VA) der Wirkleistung (Watt).

Achtung, hohe Gleichströme !
Leistung ist Leistung, egal ob bei 230V oder 12V. Eine einfache 60 Watt Glühbirne nimmt bei 230V ca. 260mA auf. Setzt man diese Leistungsaufnahme nun auf 12V um, dann wären wir schon bei immerhin 5A, ohne dabei die Verluste der Umwandlung zu berücksichtigen. Viel Schlimmer ist der Haar-Fön mit 1000W. Hier wären wir auf der 12V Seite schon bei ca. 83A. Berücksichtigt man dann noch die Umwandlungsverluste ist schnell ein Strom von 100A erreicht, welchen die Gleichstromquelle, in der Regel ein Bleiakku, liefern muß.

Man erkennt, daß Wechselrichter nur bei Geräten mit moderater Leistungsaufnahme eingesetzt werden sollten. Hohe Spitzenleistungen machen Sinn um Einschaltströme und kurz auftretende Leistungsspitzen abzufangen.

Wechselrichter in Solaranlagen ?
Machen durchaus Sinn, aber hier gilt besonders daß man mit der zur Verfügung stehenden Energie haushalten sollte um nicht plötzlich im Dunkeln zu stehen. Auch der Eigenverbrauch des Wechselrichters ist zu beachten.

Kühlschrank am Wechselrichter ?
Auch das geht, stellt aber besondere Anforderungen an den Wechselrichter. Zum Einen durch die induktive Belastung, deshalb dürfen hier nur echte Sinuswechselrichter verwendet werden, und zum Anderen durch die hohen Einschaltströme des Kühlschrankkompressors.

Kühlschränke, benötigen beim Einschalten den 10 bis 20-fachen Nennstrom. Deshalb muß der Wechselrichter mit ausreichend "Reserve" gewählt werden. Das bedeutet aber, daß ein normaler Kühlschrank mit 80W Leistungsaufnahme durchaus einen 1000W Wechselrichter benötigt. So große Wechselrichter haben aber auch einen nicht geringen Eigenverbrauch. Es sollte also möglichst ein Wechselrichter mit Standby-Funktion verwendet werden der ohne Last den Eigenverbrauch reduziert.

Fragen Sei uns nach Lösungen.

Labels: Wechselrichter


© Günter Lechner, all rights reserved
  Seitenanfang Zum Seitenanfang springen